Hembrug stellt schon sehr lange Drehmaschinen/Drehbänke her? Und dass Hembrug seinen Ursprung im Jahr 1679 hat, also vor 342 Jahren! In diesem Jahr beschlossen die ‚Heeren Staten van Holland en West-Friesland‘ am 5. August, in Delft eine Lafettenfabrik zu gründen. Das Unternehmen beschäftigte sich mit der Herstellung von Gestellen für Kanonen und andere schwere Artillerie. Im Jahr 1831, nach der Installation der ersten Dampfmaschine und der Anschaffung verschiedener Werkzeuge, begann das Unternehmen, sich auf die Metallverarbeitung zu konzentrieren. Und da es sich auch um eine Munitionsfabrik handelte, wurden auch Drehbänke für die Bearbeitung von Granathülsen und ähnlichem benötigt.

1835 wurde beschlossen, mit der Entwicklung von Drehbänken für den Eigenbedarf zu beginnen. Die Herstellung von Präzisionsinstrumenten, Gewehren und Munition erforderte oft spezielle Drehbänke, die nicht verfügbar waren. Ein weiterer sehr wichtiger Grund, Drehmaschinen für den Eigenbedarf zu entwickeln, war, dass man im Kriegsfall nicht von fremden Lieferanten, möglicherweise sogar dem Feind, abhängig sein wollte! 1835 fiel daher die Entscheidung, Drehbänke selbst zu entwickeln, und 1836 wurde die erste Drehbank vorgestellt! Die Entscheidung, Drehbänke im eigenen Haus zu entwickeln, hat um 1835 zur Entstehung von Hembrug Machine Tools beigetragen. In einer nächsten Nachricht mehr über die lange Geschichte von Hembrug!

 
(Foto: Bearbeitung einer Granate auf einer selbst entwickelten Drehbank im Jahr 1917. Und Menschen, die sich nach ein paar Stunden harter Arbeit auf Bombengranaten ausruhen)

Warum haben wir schließlich mit der Entwicklung und dem Verkauf von Drehbänken für zivile Zwecke begonnen?

Dann müssen wir zurückgehen in das Jahr 1940, den Beginn des Zweiten Weltkriegs. Das Unternehmen, aus dem Hembrug schließlich hervorging, hieß nach einer Namensänderung Artillerie Inrichtingen (A.I) und versorgte den Bedarf der niederländischen Armee. Aufgrund des drohenden Krieges in den späten 1930er Jahren stiegen das Personal und die militärische Produktion bei der A.I. wieder an.

Als im Mai 1940 der deutsche Einmarsch in die Niederlande Tatsache wird, will A.I. das Unternehmen zerstören um zu verhindern, dass es in die Hände der Besatzungsmacht fällt. Dieser Plan wird jedoch nicht ausgeführt. Am 20. Juni nimmt die A.I. unter dem Druck der Besatzungsmächte die Produktion wieder auf. Sie ändert jedoch bewusst ihre Unternehmensform und beginnt auch, sich auf die zivile Produktion zu konzentrieren und reduziert damit die militärische Produktionskapazität für die Besatzungsmacht! Im September 1940 war A.I. bereits mit Werkzeugmaschinen, darunter auch Drehmaschinen, auf der Werkzeugmaschinenmesse in Utrecht vertreten!

Die DR 1 konventionelle Drehmaschine für zivile Zwecke, von der mehr als 10.000 Stück verkauft wurden. Eine große Anzahl dieser Drehbänke ist heute noch im Einsatz

Nach dem Krieg fuhr A.I. mit der Produktion von Drehmaschinen für zivile Zwecke fort. 1973 teilte die niederländische Regierung das Unternehmen in zwei unabhängige Teile auf: Eurometaal NV und Gereedschapwerktuigenindustrie Hembrug. Die Eurometaal NV beschäftigt sich mit der Produktion von Schusswaffen, Artillerie und Munition für die niederländische Armee. Die Gereedschapwerktuigenindustrie Hembrug, die 1983 privatisiert und nach Haarlem verlegt wurde, entwickelt und verkauft weiterhin ultrapräzise (Hart-)Drehmaschinen. Und das tut Hembrug bis heute!

 

 

 

 

 

 

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